
Es gab eine Zeit, da dachte ich, ich müsste erst eine eindeutige Geschichte haben, bevor ich Frauen begleiten darf. Eine Geschichte voller großer Beschwerden, großer Wendepunkte oder perfekter Lösungen.
Aber meine Wahrheit ist eine andere...
Ich bin mit der Vorstellung aufgewachsen, daß Beschwerden einfach dazugehören.
Daß Frauenkörper kompliziert sind und Symptome analysiert werden müssen und man irgendwie damit leben muß.
„Das ist eben so.“
Diesen Satz habe ich oft gehört.
Und trotzdem gab es in mir immer einen Widerstand.
Ich konnte es nicht eindeutig benennen, doch ich war mir sicher, daß es noch eine andere Lösung geben muß.
Nicht gegen den Körper und im ständigen Beobachten von allem, was falsch sein könnte.
Sondern mit mehr Vertrauen. Mehr Ehrlichkeit. Mehr Verbindung zu mir selbst.
Ich habe bis heute nicht den perfekten Weg gefunden.
Trotzdem habe ich aufgehört, jede Angst und jede Erklärung über Frauen und Beschwerden einfach zu übernehmen.
Und vielleicht ist genau daraus ein Ort entstanden.
Ein Ort, in dem niemand sich beweisen muß und vorallem ein Ort, in dem Frauen nicht sofort optimiert oder bewertet werden.
Das wäre so, als würde man uns in Schubladen stecken und entsprechend beschriften.
Stattdessen ist es ein Raum, in dem man sprechen darf, fühlen darf, still sein darf.
Wo jemand wirklich zuhört.
Nicht weil ich alle Antworten habe.
Sondern weil ich weiß, wie viel sich verändert, wenn eine Frau spürt, dass sie nicht falsch ist.
Und vielleicht beginnt genau dort etwas Neues.
